Nun ist es wieder Sonntag. Es ist schon spät und ich denke über die letzten Tage und Wochen nach.
3 Monate bin ich nun schon wieder in Deutschland. Wie die Zeit vergeht…
Gerade sitze ich über der Präsentation über mein Praktikum in Bangladesch und alles fliegt nochmal an mir vorbei. Die Menschen in den Straßen, überall Menschen. Du sitzt im Zug und schaffst es nicht bis 3 zu zählen ohne nebenbei eine Person am Rande der Gleise zu sehen. Menschen, die vielleicht eine Unterkunft, ein Essen und noch ein paar Taka haben. Menschen, die Glauben, die schwer arbeiten und dich wie erstarrt anschauen. Menschen, die trotzdem lächeln, obwohl es nicht viel zu Lächeln gibt…
Menschen, die behindert sind und nur noch eine Holzstück als Stütze haben. Menschen, die nachts auf Straße schlafen. Menschen, die dich auf einen Tee einladen. Menschen, die dir was verkaufen wollen. Menschen, die einfach nicht verstehen wollen, warum du lieber läufst als Rickshaw fährst. Menschen, die deine weiße Haut unheimlich finden.
Frauen, die täglich 10 h unsere H&M T-Shirts herstellen. Kinder, die auf der Straße arbeiten anstelle zur Schule zu gehen. Kinder, die dich mit ihren großen Augen ansehen und dir frech hinterher laufen
Und mittendrin die Botschaft und ich. Mhh was soll ich den 2ties nun in den 15 Minuten berichten über mein Praktikum? Wo ich doch schon Stunden über dieses beeindruckende Land schwaffeln kann!
Wie oft dachte ich in Bangladesch- wow wir sind so frei in Deutschland. Wir haben alle Möglichkeiten dieser Welt. Schule, Essen, Arbeit und ne feste Bleibe. Was würden die Bangladeschis für eine solche Sicherheit geben!
Ja wir sind frei… wir können machen was wir wollen…
Und doch sitze ich gerade noch über diesem BaFöG Antrag und hoffe, dass sich die FES doch noch meldet. So schön diese staatliche Unterstützung, so abschreckend die Formulare!
So schön die HS und Politikmanagement, so abschreckend die Texte zu Politik und Verwaltung
!
Ja ich habs mir so ausgesucht- das war und ist meine Freiheit!
Und man bin ich froh, dass alles so ist wie es ist.


da der Internationale Frauentag auch gebührend gefeiert werden musste, machten wir uns am Sonntag auf zu einer Kaffeefahrt ans Meer.
Anschließend liefen wir am Meer entlang und ließen uns ne steife Briese um die Ohren wehen bis wir schließlich im Kaffeehaus landeten.

Auch so hatte ich mich wieder gut eingelebt und so mischte sich beim erneuten aber doch nur „kleinen“ Abschied ein wenig Wehmut mit unter.
Das war ein Wiedersehen! Und was für eine internationale Runde.