eigentlich wäre alles so perfekt, wenn da nicht noch das Wort Studium fehlen würde.
An diesem Wochenende habe ich keine größere Tour gemacht und bin jeden Abend in meine gemütliche Hostelzelle zurück gekehrt.
Freitag haben wir nach den Vorlesungen nicht viel gemacht- Wäsche und genug Lesestoff war vorhanden
. Das Waschen ist hier auch wieder ein besonderes Erlebnis. Die Waschmaschine funktioniert mal wieder nur mit kaltem Wasser und daher tragen wir Eimer mit heißen Wasser aus den Baderäumen zur Waschmaschine um den Schmutz wenigstens annähernd aus den Klamoten zu bekommen. Dann kann maximal 20 Minuten am Stück waschen- muss dann das Wasser aus der Waschmaschine lassen- die Maschine wieder mit Wasser füllen- Waschen- und das gleiche Spiel nochmal. Anschließend gibt es noch eine Schleuder zum trocknen. Danach kann man nur noch hoffen, dass die Affen, die Wäsche nicht von der Leine holen
.
Abends sind wir dann mit den Fahrrädern zum Elliots Beach in Chennai und haben dort ein Picnic gemacht. Brot mit ein paar Körnern und auch für Leute ohne Gebiß brauchbar mit Käse und ein paar Keckse und Nachos. Endlich mal keinen Reis- oh mann, dass erste was ich Berlin machen werde, ist ein Körnerbrötchen mit Salami kaufen!
Samstag bin ich dann mit unseren zwei Franzosen Remi und Lucien zu unserer Fahrradtour aufgebrochen. Ziel war eine Art Museumsdorf 21 km von Chennai. Es dauerte 30 Minuten durch den Stadtverkehr bis wir die Landstraße am Meer erreichten. Die alten indischen Fahrräder wiesen auf der gesamten Tour keine Mängel auf. Auf dem Weg entdeckten wir einen einsamen Strand, an dem nur ein paar Fischerboote lagen. Ein seltenes Bild hier. Das Wetter war traumhaft und da das Museumsdorf nicht so spnnened wie erwartet war kehrten wir anschließend zu diesem Strand zurück. Im Museumsdorf wurden wir mit Henna bemalt (auch die Jungs obwohl es eigentlich nur Frauen tragen). Das nicht besonders angenehm riechende Zeug benötigt eine Stunde zum trocknen und daher hieß es nur mit einer Hand Fahrrad fahren.
Am Strand sprangen wir dann in die Bay of Bengal. Die Wassertemperaturen sind gerade angenehm. Auf dem Rückweg entdeckten wir noch ein Eiscafe der besonderen Art. Du suchst dir 1 Eissorte aus (100g), diese wird dann auf einer Eisplatte nochmal extra gekühlt und in eine Waffelschale gelegt. Bei zwei Sorten werden diese gemixt und man kann aus verschieden Topings wählen. Dazu bekommt man einen Schokochip, der einfach gefrorene Schokosoße ist. Das war super lecker.
Wir kamen dann genau in den 6:30 Uhr Abendverkehr und ich hatte selten soviel Spaß beim Fahrrad fahren. Frei nach dem Motto „Wer bremst verliert“ rasten wir durch den Verkehr. Einfach klingeln und rufen wenn jemand im Weg steht und sich an allen Fahrzeugen im Stau vorbei schlängeln.
Gestern musste ich dann wieder Unizeug machen ;-( und heute habe ich wohl mein erstes F erhalten. Wir haben einen surprise Test geschrieben, indem ein Wachstumsmodel durchgenommen wurde, dass der Kurs letzte Woche behandelt hat, als wir beim Immigration Office waren. Na ja klarer Fall von Pech gehabt würde ich sagen, aber es ist ja noch nicht die Endnote. Von daher bin ich mir sicher, dass ich den Kurs schon irgendwie schaffen werde.
So ich muss dann mal wieder. Es warten noch 40 Seiten Human Rights and Justice auf mich!
Lasst es euch gut gehen.
Ach ja:
Ich freue mich ja nach wie vor sehr über E-Mails und so aber noch schöner wäre ja eine Postkarte aus eurem nächsten Urlaub.
Hier meine Adresse am IIT.
Janett Kampf
IIT Madras, Sarayu Hostel, Room 103
600 036 Chennai, India
Jedem/r Brief/ Postkarte ist ein ausführliches Antwortschreiben versprochen









