12
Apr
08

Eine Hochzeit, eine Arbeitswoche und ein Wochenende in den Teeplantagen…

In der letzten Wochen waren wir auf einer muslimischen Hochzeit eingeladen. Natürlich wollten Silke und ich ganz besonders schön aussehen und so leihten wir uns von Caro Saris (traditionelle Kleider aus 5 Meter Stoff- s. Bilder). Wir benötigten 1 h und Hilfe von Caro um uns in den Stoff zu wickeln und es war echt schwer sich darin zu bewegen.

Unsere Ortskräfte schauten uns dann auf der Feier erstaunt an und ich schaute noch viel erstaunter, denn sie trugen Polohemden – nichts traditionelles – und wir waren echt overdressed!

Na ja Fotos geknipst und gut. Die Braut saß dann im zweiten Stock, richtig aufgetrohnt- und durfte nicht lächeln. Der Bräutigam dagegen wurde im ersten Stock platziert. Er war komplett in Gold gekleidet.

Wir selbst bekamen Dinner und durften danach gehen. 1h „feierten“ wir und dann ging es nach Hause. Unter einer Hochzeit wird im muslimischen Sinn also was anderes verstanden, aber es war spannend zu sehen. 300 Gäste sind überings normal hier.

Ja die Arbeitswoche verging dann wie im Flug. Von Luftfahrt bis Shrimps in Bremen war alles dabei. Ich kann leider nicht genau beschreiben, was ich genau mache, da ich beim Auswärtigen Amt dafür unterschrieben habe. Nur kurz- es gefällt mir nach wie vor.

Mittwoch haben wir dann OLD DHAKA bei Nacht besucht. Der Hafen ist atemberaubend im Dunkeln und nur die wenigsten Schiffe sind tatsächlich beleuchtet.

Es waren noch so viele Kinder unterwegs und einige klammerten sich richtig an einem fest. Den kleinen Jungen mit den großen braunen Haaren, der sich an meinem Bein festhielt hätte ich gern mitgenommen. Da kommt der Mutterinstinkt durch ;-)

Leider geht das nur nicht, sonst würde ich wahrscheinlich mit einer gesamten Fußballmannschaft zurückkommen.

Außerdem haben wir die HindiStreet besucht und wurden von Leuten durch ihr Haus geführt. 6 Leute in zwei kleinen Zimmern und ich habe mich immer über mein Durchgangszimmer beschwert. Das ist wirklich ein anderes Leben. Es war so interessant zu sehen und ich bewundere die Gastfreundlichkeit. Wir würden doch nie Touris unser Haus zeigen!

Donnerstag haben wir dann den 10 Uhr Nachtzug nach Srimangol genommen, der natürlich eine halbe Stunde Verspätung hatte. Der ganze Bahnsteig umringte uns. Sie starren und wenn du zurückstarrst starren sie trotzdem weiter. Egal was man macht, die Bangladeschis sind begeistert und so lernten wir zusammen Bengali. Sehr witzig! Da alles auf Bengali ausgeschildert war benötigten wir einheimische Hilfe die uns zu unserem Wagon und Abteil führte. Das war auch echt kein Problem. Erstaunlicherweise hatte wir für unser 3.50 EURO Ticket ein zweier Schlafabteil. Ich war begeistert und tatsächlich konnten wir gut schlafen. Der Schaffner weckte uns in Srimangol. Es war 3.15 Uhr und ich konnte nicht glauben, dass der Manager und Besitzer des Guest House uns tatsächlich abholten und doch kam kurze Zeit später ein kleiner Bengali auf uns zu. In Srimangal herrschte wie überall im Land Stromausfall und so wurden wir noch mit einer Kerze ausgestattet. Unser Zimmer war klasse. Zwei große Betten in den wir super weiterschlafen konnten.

Am nächsten Morgen bekamen wir Frühstück und der Manager organisierte uns tatsächlich zwei Fahrräder. Mit denen rauschten wir durch die Teeplantagen. Grün, frische Luft und wenig Menschen machen schon einen Unterschied. Natürlich hatten wir unterwegs einen Platen, doch es fanden sich schnell zwei Bangladeschis die mit einem „Techniker“ wiederkamen, der den Reifen flickte. Es war unglaublich heiß und der Jungle im anschließenden Nationalpark spendete Schatten. Dort sahen wir erneut Affen, sogar einen Babyaffen der uns folgte und aus unserer Wasserflasche trank.

Nachdem wir eine Teefabrik besucht hatten, schauten wir noch bei einem Fussballspiel zu. Die Kuh, die mitten über das Spielfeld lief, störte niemanden. Die Spieler hatten Spaß und ich war fasziniert wie sie ohne Schuhe so gut auf dem Feld spielen konnten.

Heute nahmen wir dann morgens den Zug zurück. 5 h im erste Klasseabteil- wie bei uns zweite Klasse alte Regionalbahn für 2 Euro ;-)

Ich mag Zug fahren nach wie vor super gern. Es macht wirklich Spaß und man sieht das Land. Wasser, Reisfelder, Dörfer- es ist wirklich schön.

Soweit von hier.

@ Isa und Frank: Alles Liebe zur Hochzeit. Ich wünsch euch alles Gute.
@ alle anderen: Danke für die Kommentare und Mails.

Liebe Grüße aus Dhaka.
Netti
Unser Affe


2 Antworten zu “Eine Hochzeit, eine Arbeitswoche und ein Wochenende in den Teeplantagen…”


  1. 1 Hannah
    15 April, 2008 um 11:45

    ooooooooh, kannst du mir bitte das äffchen mitbringen? :-D

  2. 2 Bernd Frömmel
    20 April, 2008 um 9:31

    “Den kleinen Jungen mit den großen braunen Haaren, der sich an meinem Bein festhielt hätte ich gern mitgenommen. Da kommt der Mutterinstinkt durch ;-)
    Na Netti , höre ich da den Zahn der Zeit an dir knabbern ;-) ? Aber keinen Bangladeshi als Mann deiner Kinder wählen :-)
    Mal wieder habt ihr sehr viel erlebt . Es macht immer wieder Spaß , deine berichte zu lesen . Deine Mama sagte mir , sie findet es auch immer wieder nett , wenn sie meine Kommentare liest .
    In aller Kürze von mir aus hier :)
    Der Frühling scheint jetzt übrigens doch zu kommen . Schon der zweite Tag mit Sonnenschein !
    Nächste Woche fahre ich mit meinem Monchen übrigens zu Ralf nach Werder zum Kirchbootfahren . Mal sehen , wird bestimmt sehr schön (Mona das erste mal seit 3 Jahren wieder im Boot)
    Bis denne


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9.7.2009: Abschied von Bremen :(

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