Seit gestern bin ich in der Hauptstadt von Bangladesch und von all den neuen Eindrücken immer noch fasziniert.
Nach 13 ½ Stunden Flug von Berlin nach London nach Dhaka bin ich nun hier. Papa hatte mich zum Flughafen gebracht und dort warteten überraschender Weise auch Lene, Kalle und Tobi. Was für ein Abschied. Tränenreich auf jeden Fall. In London musste ich mich wirklich sputen um von Terminal 1 zu Terminal 4 zu kommen. Und plötzlich saß ich neben vielen kleinen dunklen Menschen.
Im Fliegen war ich jedoch umringt von ca. 30 Schweden die wild durcheinander redeten. STUDENTEN!
Flug war gekennzeichnet durch: wenig schlaf, vegetarisches undefinierbares Essen, viel schwedisch, schlechte Filme, alle Radiosender aus der mit Rock und leichte Turbulenzen.
Ich war also heilfroh als ich in Dhaka landete. 1.55 Uhr Ortszeit. Dort warten auch schon Silke, ebenfalls Praktikantin und der Fahrer der Botschaft auf mich. Er regelte alles und nun hab ich noch einen Stempel mehr im Pass. Anschließend fuhren wir zur Wohnung. Die Stadt wirkte leer. Männer mit Gewehren im Botschaftsviertel. Meine zwei weiteren Mitbewohnerinnen waren auch noch wach. Caro und Scheien sind auch echt nett. Wir erzählten noch ein wenig und gingen schließlich um 4 Uhr schlafen.
Mein Zimmer ist riesig. Bett, Schreibtisch, Schrank und ein cooler Balkon.
Um 5 Uhr wurde ich durch das morgendliche Gebet geweckt. Dies tönt durch die ganz Staat. Islamisches Land eben.
Am nächsten Tag haben wir zusammen die Stadt erkundet. Caro hat mir gezeigt wo ich eine Telefonkarte kaufen kann, Geld noch schnell gewechselt und eingekauft und dann schnell zurück, da ich ja abends noch mit Silke zum Empfang in die Deutsche Residenz eingeladen war.
Dort lernte ich alle Botschaftsmitarbeiter kennen. Der Botschafter und all die anderen machten ein sehr netten Eindruck und auch die Bengalischen Mitarbeiter. Zudem gab es traditionelle Musik und Essen.
Anschließend hat mich die Truppe noch mit in den Deutschen Club genommen. Dort kann man deutsches Essen bekommen, Tennis spielen und bald auch schwimmen.
Abends bin ich wirklich todmüde ins Bett gefallen.
Am Freitag haben wir dann weiter die Stadt erkundet und nach Sachen geschaut. Hier trägt man eher Saris und ein Tuch habe ich mir auch schon gekauft.
Heute war vergleichsweise wenig Verkehr, da Freitag hier wie bei uns der Sonntag ist. Zeit für Religion also. Die Märkte sind beeindruckend und die Menschen starren einen an. 4 weiße Mädchen sieht man hier nicht jeden Tag. Daran muss ich mich wirklich gewönnen.
Außerdem sieht man viele Bettler mit Amputationen, Kinder als Verkäufer und Frauen mit kleinen Babys. Es sind ca. 30 C, es ist staubig aber die Luft ist nicht so dreckig wie ich erwartet hatte. Die Frauen laufen mit Saris und Tüchern über der Brust aber man sieht nur wenig die Burka. Alkohol kann man nur in Hotels oder im Deutschen Club kaufen, dafür kosten Zigaretten 40 cent.
Es ist beeindruckend und ich verspreche viele Bilder zu machen. Am meisten Spaß habe ich am Tuk Tuk (hier CNG genannt) fahren. Die sind voll modern und fahren sogar mit Erdgas. Ich habe mich heute allein in 10 Unfällen verwickelt gesehen, in der Riksha, im Taxi und auch im CNG aber erstaunlicher Weise habe ich keinen Unfall bei dem Verkehrschaos gesehen. Rote Ampeln werden hier ignoriert, dafür gibt es die Hupe und Lichthupe
Wir sind heute auch am Parlament vorbei gefahren. Bangladesch befindet sich derzeit im Ausnahmezustand mit Übergangsregierung. Die führenden Parteivorsitzenden sitzen wegen Korruption im Gefängnis und es wird spannend, denn Ende diesen Jahres sind Wahlen.
Ich habe heute auch mindestens 15 Minuten am Fenster gestanden und die Baustelle gegenüber beobachtet. Dort wird ein Haus gebaut und das größte Werkzeug ist ein Korb und ein Hammer. Unglaublich. Ohne Fotos kann man sich diese Stadt wirklich nicht vorstellen.
Samstag waren wir in Old Dhaka. Dort waren wir ein bisschen Einkaufen, haben den Hafen besichtigt und uns einige Sehenswürdigkeiten wie den Pink Palast angesehen. Die Altstadt ist das wirkliche Dhaka, denn ich wohne im Reichenviertel. Dort sieht man noch ursprüngliche Märkte, viel Dreck und noch mehr Menschen, die einen alle mit großen Augen ansehen. Das war ein toller Ausflug. Ich bin jeden Tag aufs neue beeindruckt.
Sonntag war mein erster Arbeitstag. Ich hab ein eigenes Büro und hab erstmal alle richtig kennen gelernt. Gespräch beim Botschafter, beim Verwaltungsleiter und und und. Bisher ist alles noch interessant. Am Abend war noch ein weiterer Empfang. Für alle Deutschen in Bangladesch. Das war auch ganz nett. Es gab Linsensuppe
Internet ist rar in dieser Stadt und in der Botschaft gibt es nur einen Internetsurfer für 37 Leute. Daher wundert euch bitte nicht, wenn ich längere Zeit nicht schreibe.
Ich drück euch alle und dank euch für die Nachrichten.
Ihr könnt mich aus dem deutschen T-Netz unter Billigvorwahl * Vorwahl Bangladesch * Handynummer.
Kostet 3-8 cent die Minute.
01054-0088- 01732225517
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Ganz liebe Grüße,
Netti

